Rückblick auf den literarischen Spaziergang »Auf den Spuren von Thomas Bernhards ›Gehen‹«

Gehen wir intensiver, läßt unser Denken nach, sagt Oehler, denken wir intensiver, unser Gehen. Andererseits müssen wir gehen, um denken zu können, sagt Oehler, wie wir denken müssen, um gehen zu können, eines aus dem andern und eines aus dem andern mit einer immer noch größeren Kunstfertigkeit.

Auf den Spuren von Thomas Bernhards vor 55 Jahren veröffentlichter Erzählung Gehen (1971) bewegte sich der literarische Spaziergang, den die Internationale Thomas Bernhard Gesellschaft gemeinsam mit RundPunkt 11 im Mai in Wien organisiert hat.

Ausgangspunkt des Spaziergangs, der von der Klosterneuburger Straße über die Friedensbrücke zum Franz-Josefs-Bahnhof und dem ehemaligen Café Koralle führte, begleitet von szenischen Lesungen und fachlichem Kommentar, war der Gaußplatz 11 im 20. Wiener Gemeindebezirk.

Als Auftakt einer vierteiligen Exkursionsreihe des Brigittenauer Kulturvereins näherte sich die Exkursion den Gedanken-Gängen der Erzählung, ihren Erfahrungs-, Denk- und Bewegungsräumen ebenso wie dem Verhältnis von Fiktivem und Tatsächlichem im Schreiben des ›Übertreibungskünstlers‹. Nicht zuletzt ging es auch um sein Wirken und Nachwirken bei Autor:innen wie Gemma Salem oder Barbi Markovic. Mit mehrsprachigen Lesungen aus zwei der über 20 Übersetzungen von Gehen wurde der historischen wie zeitgenössischen Mehrsprachigkeit der Klosterneuburger Straße ebenso Rechnung getragen wie der anhaltenden internationalen Rezeption des Schriftstellers.

(Fotos: Rundpunkt11, Mischa Hendel, Anna Szikszay)

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