Rückblick auf die »Thomas Bernhard Machine« in Berlin

Unterstützt von der ITBG und dem Österreichischen Kulturforum Berlin wurde die Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité am 25. April 2026 zur Bühne für die Thomas Bernhard Machine.

   

Zwischen zwei Liegestühlen pendelnd, abwechselnd in rotes und blaues Licht getaucht, präsentierte Christoph Grissemann einen packenden Zusammenschnitt gutgewählter Ausschnitte aus verschiedenen Bernhard’schen Werken. Motive waren neben Thomas Bernhards Lungenkrankheit und seinen bedrückenden Spitalerfahrungen, die Kindheit, die Natur und immer wieder das Schreiben. Lustig wurde es aber auch, vor allem, wenn der Schauspieler bierselig im Liegestuhl fläzend dem Publikum Unverschämtheiten an den Kopf muffelte.

Kurz konnte man bei den – obwohl passgenau den Monologen auf Mallorca entnommen – wie improvisiert wirkenden, erzählenden Szenen im Liegestuhl vergessen, dass der ›alte Meister‹ schon fast 40 Jahre tot ist, so verblüffend authentisch war der Vortrag. Manfred Engelmayr (E-Gitarre) und David Reumüller (Drums) gaben der Machine eine kraftvolle und bisweilen fast bedrohliche, aber stets stimmige Untermalung, die sich rhythmisch bestens mit den Texten verband.

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