»An diesem toten Giganten wird niemand mehr vorbeikommen«, schrieb Elfriede Jelinek in ihrem Nachruf auf Thomas Bernhard im Februar 1989. Was fasziniert am Werk dieses einzelgängerischen Dandys, radikalen Provokateurs und vermeintlichen Misanthropen? Wie lässt sich das anhaltende Interesse in Form von Übersetzungen, Inszenierungen, literarischen Reaktionen und Fortschreibungen erklären? Und ist sein Stil tatsächlich so leicht imitierbar, wie manchmal behauptet wird?
Die Sonderausstellung im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek rückt ein Werk von weltliterarischer Geltung in den Mittelpunkt. Als einer der international bekanntesten österreichischen Künstler polarisierte Thomas Bernhard, dessen Nachlass sich seit 2023 in der Österreichischen Nationalbibliothek befindet, sein Publikum und die österreichische Gesellschaft wie kaum ein zweiter. Die Schau präsentiert Unbekanntes und Unerwartetes aus Schriften und Korrespondenzen und rückt mit noch nie gezeigten Fundstücken wenig beleuchtete Facetten in den Fokus. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Echo seines Werks in der internationalen Gegenwartsliteratur zu.
Kurator:innen: Bernhard Fetz, Katharina Manojlovic


