Band 5: Beton

Herausgegeben von Martin Huber und Wendelin Schmidt-Dengler. Mit Abbildungen

Inhalt

Wollte man die Bücher von Thomas Bernhard nach ihren Schauplätzen unterscheiden, könnte man den 1981 publizierten Roman „Beton“ als den „spanischen“, genauer: als „mallorquinischen“ bezeichnen. Denn der Ich-Erzähler, Rudolf, dem eine bahnbrechende Arbeit über den Komponisten Mendelssohn Bartholdy nicht gelingen will, flüchtet wegen seiner angegriffenen Gesundheit aus dem neblig-feuchten Oberösterreich auf diese Insel. Doch auch hier gelingt es ihm nicht, den ersten Satz seiner Studie - der die Fertigstellung nach sich zöge - niederzuschreiben. Vielmehr wird er mit zwei unerklärlichen Todesfällen konfrontiert, was ihn tief verstört. Und so lautet der letzte Satz: „Ich zog die Vorhänge meines Zimmers zu, schreibt Rudolf, nahm mehrere Schlaftabletten ein und erwachte erst sechsundzwanzig Stunden später in höchster Angst.“ Günter Blöcker urteilte unmittelbar nach Erscheinen des Buchs: „Wir haben - unter Schmerz und Gelächter - einer Menschwerdung beigewohnt.“